Häufig gestellte Fragen über den RetinaLyze Glaucoma Algorithmus.

Welche Varianten eines Glaukoms werden von dem Algorithmus entdeckt? 

Alle Formen des Glaukoms wirken sich auf den Sehnervenkopf aus und seine Schädigungen können mit dem RetinaLyze Glaucoma Algorithmus erkannt werden. Darunter:

  • Chronisches Offenwinkelglaukom

  • Akutes Winkelblockglaukom (Glaukomanfall)

  • Normaldruckglaukom (NTG)

  • Pigmentglaukom

  • Pseudoexfoliatives Glaukom (PEX/PES/PSX/PXF)

Es gibt sogar eine konkrete Studie zu dem seltenen kongenitalen Glaukom. 

Ich bekomme eine Bildsättigungs-Warnung, was muss ich tun?

Die Glaukom-Analyse erfolgt mithilfe von Farbmessung (Messung der Farbunterschiede), wodurch es wichtig ist, sicherzustellen, dass das analysierte Fundusbild nicht gesättigt ist. Da ein zu gesättigtes Bild zu unverlässlichen Ergebnissen führen kann, haben wir eine automatische Sicherung eingerichtet.

Wenn der Nutzer eine Glaukom-Analyse startet, prüft das System, ob das Fundusbild gesättigt ist, bevor die Analyse durchgeführt wird. Wenn das Bild gesättigt ist, zeigt das System folgenden Fehler an:

„Das Bild ist zu stark gesättigt, um die Analyse durchzuführen, bitte machen Sie ein neues Bild mit weniger Blitz.“

Wie im Fehler beschrieben, ist die Lösung, ein neues Fundusbild mit geringerer Blitzeinstellung aufzunehmen und dieses anstatt des vorherigen Bild zu analysieren. Wenn Sie Hilfe brauchen, um an der Funduskamera den Blitz einzustellen, können Sie uns oder Ihren Anbieter kontaktieren.

Wie funktioniert der RetinaLyze Glaucoma Algorithmus?

Hämoglobin ist ein eisenhaltiges Protein, das Sauerstoff im Blut transportiert. RetinaLyze Glaucoma misst den relativen Hämoglobingehalt des Sehnervenkopfes im Verhältnis zu den primären Netzhautgefäßen. 

Je dicker das Gewebe oder je höher der Hämoglobingehalt ist, desto intensiver ist die Farbe auf dem Bild. Je dünner das Blut ist, desto heller sieht es aus. So kann der Hämoglobingehalt des Sehnervenkopfes auf ein Glaukom hinweisen.

Die untenstehende Abbildung zeigt die Hämoglobin-Differenz (im Verhältnis zu den Gefäßen) zwischen einem normalen Sehnervenkopf und einem glaukomatösen Sehnervenkopf. 100% auf der Skala stehen für den Hämoglobingehalt der zentralen Netzhautgefäße. Wärmere Farben stehen also für eine hohe Hämoglobinkonzentration und kältere Farben stehen für Bereiche geringerer Durchblutung oder dünner Gewebe.

RetinaLyze Glaucoma stellt den Hämoglobingehalt des Sehnervenkopfes (Arterien, Venen, Randsaum,Papille) mithilfe der Farben auf dem Fundusbild fest. Die Gefäße werden als Referenz für die Kalibrierung verwendet. 

Schließlich gibt es eine Glaukom Diskriminanzfunktion (GDF), um Schädigungen am Sehnervenkopf festzustellen, was auf ein Glaukom hindeutet.

Für eine detailliertere Erklärung der Funktionsweise des RetinaLyze Glaucoma Algorithmus, lesen Sie den untenstehenden Artikel:

Wie wurde die Leistung des Algorithmus verifiziert und was unterscheidet den RetinaLyze Glaucoma Algorithmus von anderen Glaukom-Screening Methoden?

Der RetinaLyze Glaucoma Algorithmus wurde klinisch verifiziert im Rahmen verschiedener neuester Studien zu verschiedenen Formen von Glaukoms. Sie finden die Studien auf unserer Webseite.

Die Ergebnisse wurden nicht nur mit Perimetrie, sondern auch in einigen Untersuchungen mit morphologischen Tests (HRT, GDx und OCT-Cirrus und OCT-Spectralis) verglichen. Nicht nur fortgeschrittene Glaukomstadien wurden analysiert, sondern auch Frühstadien, Patienten mit Verdacht auf Glaukom und einfacher okulärer Hypertension. Eine Doktorarbeit wurde verfasst, mit Schwerpunkt auf Frühstadien und erhöhten Augeninnendruck.
Sie finden die verfügbaren öffentlichen Studien hier:

Welche Faktoren können die Verwendung des Algorithmus und die Gültigkeit des Ergebnisses beeinflussen? 

Peripapilläre Atrophie/Myopie Rarefizierung

Das automatische System zur Abgrenzung des Nervrandes versucht zwar, peripapilläre Atrophie auszuschließen, aber der Nutzer muss dies überprüfen und gegebenenfalls die Abgrenzung des Randes korrigieren.

Peripapilläre myopische Atrophie Bereiche sollten außerhalb der Papillen Grenze liegen, wie auch alle anderen Arten von Atrophie oder Pigmentierung.

Myelinisierte retinale Nervenfaserschicht

Das sind seltene Fälle, aber wenn die Fasern vor der Siebplatte myelinisiert sind, kann der Fall nicht analysiert werden. Andere ungewöhnliche Fehlbildungen des Nervs, wie Kolobom, sollten auch nicht analysiert werden.

Wichtige Richtlinien zu der Bildqualität

Es ist sehr wichtig, dass das Bild nicht sehr hell ist. Wenn die Pixel zu stark gesättigt sind, muss der Nutzer ein Bild mit geringerer Blitzstärke aufnehmen. Die Beleuchtung sollte gleichmäßig sein und ohne helle Stellen/Reflexe.

Patienten mit leicht unscharfen Bildern von Kataraktoperationen können analysiert werden.

Wenn das Bild so schlecht ist, dass die Gefäße nicht eindeutig identifiziert werden können, kann das Bild nicht analysiert werden oder die Ergebnisse sind unzuverlässig.

Jedes Screening oder Diagnose System hat eine begrenzte Genauigkeit, Empfindlichkeit und Spezifität. RetinaLyze Glaucoma ist gegenüber moderaten Mängeln von Fokus oder Schärfe resistent, aber seine Ergebnisse sind einwandfrei, wenn das bestmögliche Bild ausgewählt und manuell bewertet wird. Manche physiologischen Varianten wie Macro-Papilate führen einfacher zu falsch positiven Ergebnissen und Micro-Papilate und Schräge Papilae zu falsch negativen Ergebnissen.

Hier finden Sie ausführliche Leitlinien zur Bildqualität: Augnahmequalität 

Welche Arten von Fundusbildern können mit dem Algorithmus verwendet werden?

Verwendung von Makula zentriertem vs. ONH zentriertem Bild

Makula oder Sehnerv zentrierte Fundusbilder können verwendet werden, aber jede Funduskamera sollte immer auf die gleiche Weise genutzt werden.

Min./max. Bildwinkel (z.B. 30-200 Grad)

Der Mindestwinkel sollte 30 Grad sein, aber immer den gesamten Sehnerv umfassen. Jede Funduskamera sollte immer mit der gleichen Winkelerweiterung verwendet werden. Es gibt keinen maximalen Blickwinkel.

Verwendung von Weißlicht/SLO?

Nur Bilder, die bei konventionellem mehrfarbigem Weißlicht entstanden sind, können analysiert werden. Bilder, die mit SLO, monochromatischem Licht oder konfokalen Scanning Systemen entstanden sind sollten nicht verwendet werden.

Wer hat den Algorithmus entwickelt?

Der Algorithmus wurde von INSOFT SL entwickelt. Die folgenden Ärzte und Forscher waren vorwiegend an der Entwicklung beteiligt:

  • Manuel Gonzalez de la Rosa (MD,PhD). Abteilung für Augenheilkunde der Universidad de la Laguna.

  • Marta Gonzalez-Hernandez (OD, PhD). Abteilung für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Hospital Universitario de Canarias.

  • Jose Sigut Saavedra (PhD). Abteilung für Anlagentechnik und Automatisierung der Universidad de La Laguna. 

  • Silvia Alayon Miranda (PhD). Abteilung für Anlagentechnik und Automatisierung der Universidad de La Laguna.

  • Carmen Mendez Hernandez (MD,PhD). Abteilung Glaukom, Klinisches Krankenhaus San Carlos, Universidad Complutense Madrid.