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Ein Digitalbild des Auges gibt Aufschluss über Diabetes

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Artikel aus der Schweitzer Optiker:

Mit der neuen digitalen Technologie RetinaLyze können Augenoptiker jetzt selbst kleinste Netzhautveränderungen feststellen, die auf Diabetes-Symptome zurückzuführen sind. Die folgenden Komplikationen können zu schweren Einschränkungen der  Sehkraft bis hin zu Blindheit führen. Eine Software namens  RetinaLyze ermöglicht Augenoptikern einer ernsthaften Beeinträchtigung der Sehkraft und Blindheit vorzubeugen.

Diese ist nun auch für Augenoptiker, Augenärzte und Krankenhäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich. RetinaLyze ist eine weltweit patentierte Software-Lösung, die in Dänemark entwickelt wurde und automatisch digitale, mit einer Funduskamera gemachte Bilder des Auges analysiert. Die Software erfasst selbst kleinste Veränderungen der Netzhaut und ist in der Lage, in 30 Sekunden Antworten auf das Risiko zu geben, ob sich im Laufe des Lebens eine Blindheit entwickeln wird. Der Augenoptiker macht das Bild und sendet dieses elektronisch an eine Webanwendung, die das Bild analysiert und eine Bewertung vornimmt. Falls es Anzeichen für Veränderungen der Netzhaut gibt, die durch einen Diabetes verursacht worden sind (diabetische Retinopathie), können die Kunden an einen Augenarzt verwiesen werden.
185,5 Millionen Menschen mit nicht  diagnostizierter Diabetes Laut der International Diabetes Federation und der American Diabetes Association sind mehr als 185,5 Millionen Menschen von einer Diabetes- Erkrankung betroffen, ohne davon zu wissen. Der Grund hierfür ist die fehlende regelmässige Untersuchung durch den Haus- oder Augenarzt. Die frühen Symptome einer diabetischen Retinopathie sind nicht spürbar oder bleiben unbeachtet. Eine Abbildung der Augen, die durch einen Augenoptiker oder Augenarzt durchgeführt wird, kann folglich ein bedeutsamer Schritt im Bereich der Vorbeugung gegenüber Diabetes-Erkrankungen und Verkalkungen des Auges sein, die jeweils zu Blindheit führen können. «Beim Besuch eines Augenoptikers aufgrund eines Augentests oder weil eine neue Brille benötigt wird, kann der Optiker dieses vorbeugende Augen-Screening anbieten. Auf diese Weise erfahren Kunden unverzüglich, ob alles in Ordnung ist oder ob es Veränderungen der Netzhaut gibt, die einen Besuch bei einem Augenarzt erforderlich machen. Patienten können somit einem schwerwiegenden Verlust der Sehkraft oder Blindheit vorbeugen, falls  die Veränderungen im Zusammenhang mit einer Diabetes-Erkrankung stehen», sagt Barbara Anthonsen, CEO und Gründerin von RetinaLyzeSystem Switzerland GmbH.

RetinaLyze in der Praxis Jäggi Optik in Chur ist auf der Suche nach einem Screening-Test auf RetinaLyze gestossen und hat das System seit einiger Zeit im Geschäft im  Einsatz. Der Schweizer Optiker (SO) wollte von Inhaber Ralf Jäggi wissen, welche Erfahrungen er damit gemacht hat und wie es bei seinen Kunden angekommen ist.

 

SO: Sie haben sich entschlossen, RetinaLyze in Ihrem Augenoptik-Geschäft in Chur einzusetzen. Welche Überlegungen haben Sie dazu geführt?

(RJ): Um den Kunden eine umfassendere Vorsorgeuntersuchung anbieten zu können, haben wir einen Screening-Test gesucht, der unkompliziert und ohne grossen zeitlichen Aufwand durchzuführen ist. Grundsätzlich kann der Test von allen Optikern gemacht werden, da die Auswertung über die RetinaLyze-Software vorgenommen wird und keine tieferen Fachkenntnisse nötig sind. So können wir im Bereich «Gesundheitsoptik» einen einfachen Test anbieten, der die Bedürfnisse eines Kunden beim Optiker sinnvoll abdeckt.

SO: Welche technischen Voraussetzungen waren für dieses Diagnose-Tool gefordert?

RJ: Eine Funduskamera, welche mit einem PC verbunden ist. Mit der Funduskamera wird ein Foto von der Netzhaut gemacht. Das Foto wird in die RetinaLyze-Software übertragen, wo es in einer  Datenbank abgeglichen und auf Abweichungen zur Norm untersucht wird. Erkennt das System eine Auffälligkeit bezüglich AMD und Diabetes, gibt es eine Rückmeldung.

SO: Wie haben Sie Ihre aktuellen und zukünftigen Kunden über RetinaLyze informiert?

RJ: In einem Mailing haben wir bestehende Kunden angeschrieben und einen Gutschein für eine RetinaLyze-Untersuchung beigelegt. Zudem schalteten wir in unserer Regionalzeitung eine Publireportage. Auch auf unserer Homepage informieren wir über die «Gesundheitsoptik».

SO: Wie haben diese die neue Vorsorge-Möglichkeit aufgenommen?

RJ: Allein schon der Blick auf die am Bildschirm sichtbare Netzhaut versetzt den Kunden oft ins Ein Staunen. Bei einem positiven Befund verweisen wir den Kunden an einen Augen- arzt für eine genauere Abklärung. Wir stellen keine Diagnose, sagen dem Kunden nur, dass eine Abweichung zur Norm festgestellt wurde und deshalb eine genauere Untersuchung durch einen Augenarzt zu empfehlen sei.

SO: Haben Sie vor dem Start die Augenärzte vor Ort informiert und wie haben diese darauf reagiert?

RJ: Die Augenärzte waren sehr interessiert und schätzen die Zusammenarbeit. Mit ihnen haben wir vereinbart, dass wir bei Auffälligkeiten das Netzhautfoto mit der Auswertung mailen und dann der Arzt entscheidet, ob er den Patienten aufbietet. Förderlich für die Zusammenarbeit ist auch, dass mit solchen ScreeningTests nicht zu weit in die medizinischen Fachgebiete der Augenärzte «geschossen» wird.